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Gemeinde Ernsgaden  |  E-Mail: info@ernsgaden.de  |  Online: http://www.ernsgaden.de

Vakuumkanal oder Druckkanal?

Kanalsystem soll weiter optimiert werden

Kanal INKB

Mit der Umstellung des Kanals von einem Vakuum– auf ein Drucksystem beschäftigte sich kürzlich der Gemeinderat Ernsgaden. Grundlage für die Diskussion war eine Machbarkeitsstudie, die vom Pfaffenhofener Planungsbüro Wipfler angefertigt wurde. Anlass für die Beauftragung der Experten waren die häufigen Störungen des Vakuumkanalsystems und die Beschwerden vieler Bürger über die unzureichende Funktion des Kanals. Ferner sind die Betriebskosten in den letzten Jahren deutlich gestiegen, was zu Erhöhungen bei den Entwässerungsgebühren geführt hat.

 

Vakuumstation

Umbauten in der Vakuumstation könnten die Betriebssicherheit weiter verbessern.

Das Ergebnis: Ein neuer „Kanal“ würde mit allen notwendigen Änderungen 12 Mio. Euro kosten. Dabei würde das Abwasser aus den Haushalten nicht mehr abgesaugt, sondern über einen Sammelschacht mit einer Abwasserpumpe in das Leitungssystem gedrückt. Das bisherige, 17 Kilometer umfassende Leitungsnetz könnte nur zu einem Teil übernommen werden, so die Fachleute vom Büro Wipfler. Ein Großteil der Kanalleitungen könnte nicht wieder verwendet werden und müsste durch neue Leitungen, die mit einem so genannten „Spülverfahren“ verlegt werden müssten, ersetzt werden. Auch die bisherigen Hausanschlüsse (720 an der Zahl) könnten in das neue System nicht eingebunden werden müssten durch neue Schächte, in denen Druckpumpen, die im Prinzip funktionieren wie eine Tauchpumpe in einem Kellerschacht, „abgelöst“ werden. Auch an der Kanalstation würde man verschiedene technische Veränderungen durchführen, um eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung zu gewährleisten. Der Vorteil einer Umstellung wären in der Folge deutlich geringere Unterhaltskosten für die laufende Betriebsführung.

 

Kanalventil

Die Absaugventile des Vakuumsystems sind störungsanfällig.

Als Alternative zu einem Systemwechsel kann sich das Büro Wipfler die Sanierung und Optimierung des bestehenden Vakuumkanal vorstellen. Umbauten und technische Verbesserungen könnten dazu beitragen, die Störungshäufigkeit und den Ärger bei den Bürgern zu reduzieren. Nach der Auflistung des Planungsbüros geht es dabei um einen Austausch der Vakuumventile einschließlich einer Funküberwachung zur Nachverfolgung von Störungen bei Hausanschlüssen, die Optimierung der Abwasserpumpen und eine Verstärkerstation am Abwasserstrang vier zwischen Knodorf und Ernsgaden. Dafür müsste die Gemeinde „nur“ ein bis zwei Mio. € investieren.

Wie Kämmerer Hans Thaller erläuterte, ist der Kanal eine "kostendeckende" Einrichtung. Die Ausgaben müssten daher über einmalige Erstellungsbeiträge der Grundstückseigentümer oder über die Kanalgebühren „wieder hereinkommen“. Er berichtete, dass die Stadt Geisenfeld Ortsteile Rottenegg gute Erfahrungen mit einem Drucksystem gemacht hat. Man habe zwar die einmaligen Investitionskosten, dafür seien aber die laufenden Unterhaltskosten deutlich niedriger als bei einem Vakuumkanal. Ferner sei das Drucksystem bedeutend weniger anfällig für Störungen.

Die Zahlen liegen für die Gemeinde jetzt auf dem Tisch. Ein neues Kanalsystem sei angesichts des Gutachtens sehr teuer. Da es keine staatlichen Zuschüsse gibt, muss die neue Technik von den Gemeindebürgern finanziert werden. Die Investitionskosten müssten größtenteils entweder im Rahmen einer ehemaligen Zahlung von den Grundstückseigentümern erhoben werden oder aber in die Kanalgebühren eingekreist werden.

Im Gemeinderat zeichnete sich bei der Diskussion die Tendenz ab, beim bestehenden Vakuumkanalsystem zu bleiben und dieses zu optimieren. Grund dafür sind auch die hohen Investitionskosten für ein völlig neues Kanalsystem im Druckverfahren. In den nächsten Monaten soll erarbeitet werden, welche zusätzlichen Einbauten sinnvoll sind, um den bestehenden Kanal zu verbessern.

Die weitere Verfahrensweise beim Kanal soll auf jeden Fall sorgfältig erörtert werden. Dabei ist auch wichtig, welche Meinung die Bürger dazu haben.

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