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Gemeinde Ernsgaden  |  E-Mail: rathaus@ernsgaden.de  |  Online: http://www.ernsgaden.de

Ernsgaden und seine Gründer

Günstige Lage
Ein Blick zurück: Vor über 1000 Jahren war hier an der Stelle des heutigen Dorfes Ernsgaden Urwald. Die Nebenarme der Donau waren weit verzweigt, es gab häufig Überschwemmungen. In diesem Auwald gab es viel jagdbares Wild, und so war es nicht verwunderlich, dass der Adel hier zur Jagd ging.

Die Grafen von Hohenburg und Murach
In dieser Zeit lebte in Bayern ein Edelgeschlecht, das dem der Schyren (Scheyern!) nahe verwandt war und Besitzungen im Altmühltal, an der Abens und verschiedenen anderen Regionen hatte. Angehörige dieses Geschlechts waren nach Kärnten ausgewandert, wo sie als Grafen von Wurmtal und Ebstein das Markgrafenamt innehatten und sogar später zur herzoglichen Würde gelangten. Als bedeutendster Herrscher dieses Geschlechts ist Marquart der Ältere zu nennen, der wiederum vier Söhne hatte, Marquart, Rüdiger, Adalbert und Ernst sowie eine Tochter Richardis.

Von Ernestesgademen zu Ernsgaden
Der jüngster Sohn Ernst soll der Begründer des Sitzes Ernestesgademen gewesen sein. Durch Sprachwandlungen und Lautverschiebungen ergab sich im Laufe der Zeit der Name Ernsgaden. Im Laufe der Jahrhunderte gab es Zwischenformen und Lautverschiebungen, so zum Beispiel Ernusteskardemen, Erenstgademe, Ernestesgademe usw.

Vom Pfarrhof bis zum Forsthaus
Dieser Graf Ernst von Hohenburg und Murach, so benannt nach seinen Besitzungen, den Burgen Hohenburg und Murach im Nordgau (der heutigen Oberpfalz), der außerdem das Schloss Laufen am Neckar besaß, ließ im Jahre 937 an der Stelle des heutigen Ortes Ernsgaden eine kleine Burg errichten. Dies ist auch der Gründungszeitpunkt Ernsgadens. Als Zeugen hierfür finden wir in Urkunden des Bischofs von Freising, des Probstes von Niederlauterbach und des Abtes von Sankt Emmeram die Namen Schank und Tauschmann.
Die Ernsgadener Burg wurde als Jagdschloss erbaut. Es handelte sich um ein "Gadum" ( kleine Burg). Daher der Name Ernsgaden. Es war also "die kleine Burg des Ernst", die an dieser Stelle erbaut wurde. Es gab ferner wohl eine kleine Burgkapelle und Hunde und Pferdeställe, um die Jagd ausüben zu können. Die gesamte Anlage reichte etwa vom jetzigen Pfarrhof Ernsgadens bis zum Forsthaus.

Die liebe Verwandtschaft ...
Graf Ernest bewohnte den Edelsitz Ernestesgademen nur zeitweilig. Über seine Familie ist uns bekannt, dass er drei Kinder besaß, einen Sohn Ernest, der später die Güter und Würden seines Vaters erbte, eine Tochter Regiswinde, die das Opfer des Racheaktes einer Dienerin am Schloss Laufen am Neckar wurde und eine Tochter Friedemunde, die als Äbtissin des im Jahre 1030 von Eberhard II. von Ebersberg gegründeten Klosters Geisenfeld starb. Graf Ernest soll Anfang des elften Jahrhundert verstorben sein, sein Erbe war Markgraf Ernest junior, der sich aber überwiegend in der Oberpfalz aufhielt und nur zeitweilig in Ernsgaden war. Er übergab Ernsgaden im Jahr 1087 dem Kloster Geisenfeld, dem seine Schwester Friedemunde als Äbtissin vorstand und in dessen Besitz unser Ort über 800 Jahre blieb.

... das einfache Volk
Neben dieser Burg entstanden im Laufe der Zeit kleine Bauerngehöfte, die sicherlich zunächst nur Lehen waren und erst später in das Eigentum der Hofinhaber übergingen.

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